Offenbarung ist Gottes Selbstmitteilung an den Menschen über sein Wesen und über das Heil, das er schenkt, Wahrheiten also, die die Vernunft allein nicht vollständig erreichen kann. Glaube ist die freie Antwort des Menschen auf diese Offenbarung: sich dem Gott anzuvertrauen, der mit Weisheit und Güte spricht. Dieser Artikel verweist auf den Römerbrief und auf vatikanische Texte, ohne lange Bibel- oder Katechismusstellen zu kopieren.
Der Katechismus der Katholischen Kirche eröffnet seinen ersten Teil mit der Unterscheidung zwischen natürlicher und übernatürlicher Offenbarung, die in Christus ihre Fülle findet und in der Heiligen Schrift zusammen mit der apostolischen Tradition bewahrt wird. Verlässliche Materialien auf vatican.va helfen dabei, Texte im Einklang mit der katholischen Lehre nachzuschlagen.
Der Glaube kommt vom Hören
Der heilige Paulus verbindet den Glauben mit dem Hören des verkündeten Wortes; der Schlüsselsatz, der oft zitiert wird, ist Römer 10,17. Gemeint ist: Glaube schlägt Wurzeln, wenn das Evangelium verkündet wird. Das setzt die Vernunft nicht herab, sondern bekräftigt, dass Glaube Gnade ist, eine Antwort, die vom Wort Gottes geweckt wird.
Den Zusammenhang lesen
Lies bitte Römer 10,14-21 in einer kirchlich anerkannten Bibel, damit die ganze Bewegung von „Verkündigung — Hören — Glauben“ sichtbar bleibt und nicht auf einen einzigen Satz verkürzt wird.
Hinweis
Die katholische Lehre unterscheidet zwischen an Gott glauben als Inhalt des Glaubens und Gott glauben im Sinn persönlichen Vertrauens. Für ein reifes christliches Leben braucht es beides.
Schrift und Tradition
Die Kirche trennt die Schrift nicht vom gelebten Glauben der Gemeinschaft unter der Führung des Heiligen Geistes. Die apostolische Tradition überliefert und deutet das Wort Gottes in Liturgie, Lehre und gemeinschaftlichem Leben.
Dei Verbum und der Glaube als Antwort
Die Konstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils über die göttliche Offenbarung, Dei Verbum, lehrt, dass die Schrift das unter Eingebung des Heiligen Geistes niedergeschriebene Wort Gottes ist, während die Kirche im Glauben Mutter und Lehrerin dieses Wortes ist und nicht seine willkürliche Besitzerin. Das entspricht der Darstellung des Katechismus vom Glauben als theologischer Tugend (oft um §153-165): Der Mensch übergibt sich durch die Gnade ganz dem offenbarenden Gott und verlangt nicht, dass jedes Geheimnis erst experimentell bewiesen wird. Darum meidet eine gesunde katholische Auslegung zwei Extreme: die Schrift so zu behandeln, als stünde sie außerhalb der Kirche, oder das Lehramt so zu behandeln, als ersetze es das Wort Gottes. In diesem Zusammenhang gehört Römer 10,17 — der Glaube kommt vom Hören — zur Sendung der Kirche, zu verkündigen, und der Glaube ist das Geschenk, das auf dieses verkündete Wort antwortet.
Zusammenfassung
- Offenbarung: Gott spricht und schenkt sich in Christus ganz.
- Glaube: freie, durch Gnade ermöglichte Antwort auf das Wort Gottes.
- Römer 10,17: Glaube wächst durch das Hören der Verkündigung.
- Schrift und Tradition dienen gemeinsam der Weitergabe des Glaubens.


