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Die Fabel vom nächtlichen Bitten um Brot — Hartnäckig bitten
Gleichnisse416 words

Die Fabel vom nächtlichen Bitten um Brot — Hartnäckig bitten

Lu-ka 11:5–8: Ein Freund will nicht aufstehen, aber wegen der „Hartnäckigkeit“ gibt er; Jesus verbindet dies mit dem Bitten im Gebet.

Nachdem er das Vaterunser gelehrt hatte, erzählte Jesus: Um Mitternacht kommt ein Mann zu seinem Freund und bittet ihn um drei Brote, weil ein Gast von weitem angekommen ist. Der Freund im Haus antwortet: Die Tür ist bereits geschlossen, und meine Kinder schlafen mit mir im Bett; ich kann nicht aufstehen. Aber weil der andere hartnäckig bittet, wird er aufstehen und ihm geben, was er braucht. Jesus schloss: “Ich sage euch: Auch wenn er nicht aufsteht, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Hartnäckigkeit aufstehen und ihm geben, so viel er braucht” (Lukas 11:8 — gemäß den Übersetzungen).

Hartnäckig bitten — ein Bild, das dem Leben im Dorf nahekommt.
Hartnäckig bitten — ein Bild, das dem Leben im Dorf nahekommt.

Kontext Lukas 11

Das Gleichnis folgt auf das Vaterunser und vor das Versprechen “bitten, so wird euch gegeben” (V. 9–10). Die Kommentare (Anchor Bible Dictionary, ICC Lukas) betonen: Die Figur des “Freundes” kann nicht eins zu eins mit Gott identifiziert werden; es handelt sich um einen Vergleich a fortiori — wenn ein widerwilliger Mensch schon hilft, weil er belästigt wird, umso mehr wird der gütige Gott helfen.

Ich sage euch: Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch geöffnet.

— Lukas 11:9 (gemäß den Übersetzungen)

Richtige Rollenverteilung der Charaktere

Jesus lehrt nicht, andere in der Gesellschaft “zu belästigen”, sondern nutzt die hypothetische Situation, um zur Hartnäckigkeit im Gebet zu ermutigen. “Hartnäckig bitten” (ἀναίδεια, oft übersetzt als shameless persistence / importunity) beschreibt nur die Entschlossenheit des Gebets, nicht eine Respektlosigkeit gegenüber Gott im wörtlichen Sinne.

Bezug

Ähnlich wie das Gleichnis von der Witwe (Lukas 18) — dasselbe Thema der Hartnäckigkeit; anderer Kontext (Nachbarfreund vs. Richter).

Anwendung

Im Glaubensleben ist es wichtig, die Gebetsverbindung aufrechtzuerhalten, wenn Gott “noch nicht sofort die Tür öffnet”: Vertrauen in den gütigen Vater, der mehr ist als der Freund, der sich nicht erheben möchte. Vermeide es, das Gleichnis zu einer Manipulation Gottes durch “Forderungen nach eigenem Willen” zu machen. Das Gleichnis steht in Verbindung mit V. 9–13 des Kapitels: Gott verspricht, den Heiligen Geist den Bittenden zu geben — größer als “drei Brote” in der Geschichte, gemäß dem fortlaufenden Evangelium. Die Fußnoten weisen auch darauf hin: das Bitten um Brot in der Geschichte steht in engem Zusammenhang mit dem “täglichen Brot” im Vaterunser — beide drücken das Vertrauen in die Bedürfnisse beim Vater aus.

Zusammenfassung

  • Nach dem Vaterunser — Brot für den Gast bitten.
  • Der Freund zögert, aber gibt wegen der Hartnäckigkeit.
  • Der Vergleich führt zu bitten–suchen–anklopfen.
  • Hartnäckig im Gebet, nicht frühzeitig enttäuscht.

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Q&A-Bereich

Ist das Schlafen ein Bild für Gott?
Nein – es handelt sich um eine Vergleichsfigur: Auch ein schlechter Mensch hilft, also wird der Vater im Himmel zweifellos den Heiligen Geist und besseres geben.
Was bedeutet „drängend bitten“?
Von griechisch „anádoia“ – beharrliches Bitten; übliche Übersetzung ist Beharrlichkeit / Mut, nicht als unhöflich angesehen.
Was bedeuten die drei Brote?
In der Geschichte sind sie das Minimum an Abendessen für Gäste – keine mystische Bedeutung des Zahl 3 notwendig, wenn der Text dies nicht erwähnt.