Seit der Zeit der Apostel wird der Sonntag als Tag der Feier der Heiligen Messe gehalten — nicht wegen des sozialen Kalenders, sondern weil Christus am ersten Tag nach dem Sabbat auferstanden ist. Daher nennt die Kirche den Sonntag den Tag des Herrn (dies Domini): das Zentrum der Liturgie der Woche, wo die gesamte Kirche die Freude der Auferstehung durch Versammlung, das Hören des Wortes und die Kommunion neu erlebt. So zu verstehen, hilft uns, den Sonntag nicht auf einen „Freizeitspaß“ zu reduzieren, der von den Sakramenten getrennt ist.
Schöpfung, Auferstehung und der Heilige Geist
Die Liturgie des Sonntags erinnert an den Schöpfungstag (Ruhe in Gott) und an das neue Geheimnis in Christus. Die Lesung, die Gesänge und die Gebete in der Heiligen Messe verbinden das Alte Testament mit dem Evangelium. Die Teilnahme am Sonntagsgottesdienst ist eine öffentliche Ausübung der Nächstenliebe zu Gott (die ersten drei Gebote) zusammen mit den Geschwistern — nicht nur ein „privates Gebet zu Hause“, das alles ersetzt.
Kirchliches Gesetz und Umstände
Das Gesetz erinnert die Katholiken daran, am Sonntagsgottesdienst teilzunehmen (und an den verpflichtenden Feiertagen), es sei denn, es gibt einen ernsthaften Grund (Krankheit, Pflege von kleinen Kindern in Not, unüberwindbare Umstände…). Es ist keine „Last“, sondern ein Recht, im Glauben in Gemeinschaft genährt zu werden. Wenn kein Priester verfügbar ist oder eine Absperrung besteht, gibt der Bischof des Bistums spezifische Anweisungen — dieser Artikel ersetzt nicht die Bistumsankündigungen.
Familie und Jugend
Die Vorbereitung auf den Sonntag beginnt am Samstagabend: weniger Arbeit, regelmäßige Beichte, angemessene Kleidung im Gotteshaus — all dies sagt den Kindern, dass Gott Priorität hat. Nach der Messe folgt ein Familienessen oder eine karitative Tätigkeit, die das Hören mit Leben verbindet. Wenn jemand weit von der Kirche entfernt ist, kann er die nächstgelegene Pfarrei am Arbeitsplatz suchen oder den Priester um Erlaubnis bitten, wenn besondere Umstände vorliegen.
Zwei Extreme vermeiden
Ein Extrem ist, den Sonntag als gesellschaftliche Pflicht zu betrachten — hastig zu kommen, nicht vollständig teilzunehmen; das andere Extrem ist, sich übertrieben selbst zu beschuldigen, wenn man aus einem legitimen Grund einmal fehlt. Beide erfordern pastoralen Dialog mit dem Pfarrer. Der Sonntag ist ein Geschenk für den Pilger auf Erden, der sich auf die himmlische Heimat ausrichtet.
Merken
- Sonntag = wöchentliche Auferstehung, nicht nur „weltlicher Feiertag“.
- Die Teilnahme an der Heiligen Messe ist Pflicht und ein Privileg der Gemeinschaft.
- Die Praxis in der Familie stärkt den Glauben der nächsten Generation.


