Menschliche Autoren: viele Menschen, viele Umstände
Mose wird traditionell mit den ersten fünf Büchern in Verbindung gebracht; die Psalmen tragen den Namen König David oder der Priester; die prophetischen Bücher zeichnen die Worte von Jesaja, Jeremia usw. auf; die Evangelien sind mit Matthäus, Markus, Lukas, Johannes verbunden; die apostolischen Briefe tragen die Namen Paulus, Petrus, Jakobus… Moderne Gelehrte diskutieren auch über Nebenautoren, Redakteure und mündliche Überlieferung, bevor die Schrift festgelegt wurde — dies mindert nicht den Wert der göttlichen Offenbarung, sondern hilft uns, das richtige Genre und den Kontext zu erfassen.
Warum sagt die Kirche, dass der Heilige Geist der “Autor” ist?
Der katholische Glaube bekräftigt, dass Gott der letzte Autor der Bibel ist: Durch die Menschen und ihre Kultur möchte Gott uns das geben, was für das Heil notwendig ist. Daher müssen wir sowohl den historischen Text betrachten (Frage: Was wollte der menschliche Autor seinen Zeitgenossen sagen?) als auch das lebendige Wort (Frage: Was möchte der Herr heute zur Kirche im Einklang mit der Tradition sagen?). Diese beiden Fragen schließen sich nicht aus.
Da das Kapitel zuerst von Gott entworfen wurde, sind alle Worte der Bibel von Gott inspiriert und haben Wert, um zu lehren, zu tadeln, zu korrigieren und den Gerechten zu unterweisen.
— 2 Timotheus 3:16 (Hinweis — die Übersetzung kann variieren)Der Kanon: Warum sind diese Bücher richtig?
Die Frage „Wer hat welche Bücher in die Bibel aufgenommen?“ hat keine Antwort wie bei einem einabendlichen Konferenzprotokoll. Über viele Jahrhunderte hat die Kirche in Gemeinschaft — unter der Leitung des Heiligen Geistes — die Bücher erkannt, die gelesen, gepredigt und als Offenbarung für das Leben des Glaubens angesehen werden. Der katholische Kanon (einschließlich der Bücher des Alten Testaments, die die Kirche Jesu Christi geerbt hat, und des gesamten Neuen Testaments) ist das Ergebnis der Gemeinschaftsbestätigung, nicht eine persönliche Vorliebe. Wenn man zu Hause liest, sollte man die Gemeinschaft mit dem Kanon der Pfarrei wahren: Vermeidung von seltsamen Büchern oder dem Weglassen von Büchern, die die Kirche weiterhin im Gottesdienst verkündet — das ist auch eine Art, den Sinn der „Bibel der Kirche“ zu respektieren.
Inspiration und Verantwortung des Lesers
Inspiration gewährleistet, dass die Bibel wahrhaftig im Sinne Gottes ist, der für das Heil gegeben werden möchte, und macht nicht jeden Vers zu einem „absolut selbstverständlichen“ Text, der kein Lernen oder Hirten benötigt. Der Heilige Geist wirkt im Wort und in der Kirche; daher sollten die Gläubigen sowohl langsam lesen als auch Kommentare konsultieren, den Pfarrer fragen und die Lesungen am Sonntag vergleichen. Diese Haltung vermeidet zwei Extreme: Individualismus (nur ich und das Buch, ohne Lehre) und Gleichgültigkeit (die Bibel als alte Geschichte, die das Leben nicht berührt).
Zusammenfassend
- Die Bibel hat viele menschliche Autoren und viele Genres.
- Die Kirche erkennt die Wahrheit der Bibel an, indem sie uns die für das Heil notwendigen Wahrheiten vermittelt.
- Das Lesen verbindet den historischen Kontext und den Glauben der Kirche, um Missverständnisse zu vermeiden.


