Heiligabend und die Messen in der Weihnachtsoktav feiern das unvorstellbare Ereignis: Verbum caro factum est — Das Wort ist Fleisch geworden. Dies ist kein tröstlicher Mythos, sondern eine Bestätigung, dass Gott die Welt so sehr liebt, dass er in die menschliche Gestalt eintritt, geboren in Bethlehem, verborgen lebend und das Heil eröffnet (KKK über die Inkarnation).
Wie lange dauert die Weihnachtszeit?
Im aktuellen römischen Ritus dauert die Zeit bis zur Feier der Taufe des Herrn (gewöhnlich am Sonntag nach dem 6. Januar oder nach dem lokalen Kalender) — sie endet nicht am 26.12. Dazwischen liegt die Epiphanie (die Heiden werden ins Licht eingeladen) sowie die Feste der Jungfrau Maria und der Heiligen. Werfe den “Weihnachtsgeist” nicht zu früh weg: Die Kirche singt noch das Alleluia der Freude über die Inkarnation.
Vermeide zwei Extreme
Auf der einen Seite steht die Kommerzialisierung, die nur noch Geschenke und Feste kennt; auf der anderen Seite die Geringschätzung des Festes, das als heilig angesehen wird. Der Katholizismus lädt ein zu Feiern und Stille: Teilnahme an der Mitternachtsmesse oder der Messe am Morgen, das Feiern für die Armen, das Erzählen des Evangeliums für Kinder und das Gedenken an die Einsamen an den Feiertagen.
Die vietnamesische Familie und die Atmosphäre der Winternacht
In vielen Gemeinschaften ist Weihnachten mit Krippen, Kindern und einem Familientreffen verbunden — alles ist gut, solange der Schwerpunkt auf dem Wort der Inkarnation bleibt. Man könnte die Krippe neben die geöffnete Bibel bei Lukas 2 stellen und die Großeltern bitten, einen Abschnitt vorzulesen, bevor die Geschenke verteilt werden, oder einen Teil des Festbudgets für einen Fonds der Pfarrei zur Unterstützung von Obdachlosen verwenden. Die konkrete Umsetzung hängt von jedem Haushalt ab; das gemeinsame Ziel ist nicht den Hintergrund den Vordergrund überlagern zu lassen.
Wenn Weihnachten traurig oder fern der Heimat ist
Viele feiern das Fest im Krankenhaus, ohne Angehörige oder in der Fremde. Die Kirche bleibt die Mutter der Einsamen: Eine Gemeinschaftsmesse, eine Neun-Tage-Andacht oder ein Anruf beim Pfarrer können die Winternacht in ein Zeugnis der Gemeinschaft verwandeln. Die Zeit, die nach dem 25.12. folgt, ist eine Gelegenheit, langsam in die Freude einzutauchen, ohne die Emotionen an einem Abend zu erzwingen.
Krippe, Krippe und das Vermeiden von “Ablauf” zu früh
Nach der Festnacht kann die weltliche Musik sofort wieder erklingen — denke nicht zu schnell, dass du “Weihnachten hinter dir” hast. Die Kirche lädt ein, bei der Krippe zu bleiben durch die Lesungen der Oktav und der Epiphanie: Das ist eine Möglichkeit, den Glauben stärker zu nähren als eine 24-Stunden-Instagram-Story. Eine kleine Gewohnheit: Jede Woche in der Saison, lies einen weiteren Abschnitt aus Lukas 2 oder Johannes 1 mit der Familie.


